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19.06.2015 Interview - Panel-IPCs für optimalen Produktionsablauf von Kontaktstiften und Probe Cards

Interview - Panel-IPCs für optimalen Produktionsablauf von Kontaktstiften und Probe Cards

Vor dem Einbau von Leiterplatten, Kabelbäumen oder anderen elektronischen Komponen-ten werden diese ausführlich getestet, üblicherweise mit Federkontaktstiften. Um Halb-leiter zu kontaktieren, setzt man Prüfkarten ein, die eine reibungslose Funktionsweise dokumentieren. Weshalb die Firma Feinmetall in diesem Zusammenhang BEG Bürkle mit der Entwicklung und Produktion von Panel-IPCs beauftragte und was alles in ihnen steckt, erfahren wir im Interview mit Timo Ziemann, Vertriebsregionalleiter von BEG Bürkle.

M & T: Wie kam es dazu, dass Sie erstmalig anstelle klassischer IPCs kundenspezifi-sche Panel-IPCs gefertigt haben?

TZ: Feinmetall ist ein international agierendes, inhabergeführtes Unternehmen und hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Prüfmitteln seiner Kunden spezialisiert.  Im vergangenen Jahr wurde eine neue ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning) eingeführt, mit deren Hilfe der gesamte betriebliche Wertschöpfungs-prozess inkl. aller unternehmerischen und produktionstechnischen Abläufe dokumen-tiert und erfasst werden soll. Um sämtliche Produktionsdaten, wie z.B. Bearbeitungs-, Stillstands-, Wartezeiten oder Störungen online und direkt am Arbeitsplatz einzuge-ben, hat man sich für ein BDE-Terminal entschieden. Es ist platzsparend und auch ohne Maus oder Tastatur einfach bedienbar. Im Zeitalter von „Industrie 4.0“ ist eine präzise, zeitnahe Eingabe aller Betriebsdaten unumgänglich. Für die perfekte Synergie mit der geeigneten Hardware suchte Feinmetall einen passenden Partner. Nach einer aufwändigen Marktrecherche entschied man sich für BEG Bürkle. Wir produzieren und vertreiben seit über 30 Jahren Industrie-PCs, wie z. B. 19“-Rechner oder Box-IPCs in verschiedenen Größen und Leistungsklassen, die in unterschied-lichsten Gerätekonfigurationen gefertigt werden. Dabei legen wir neben einer regelmäßigen Aktualisierung unserer Standardlösungen auch großen Wert auf die Konstruktion kundenspezifischer Geräte.

Da Feinmetall flexibel zu bedienende und unterschiedlich montierbare IPCs benötigte, stand schnell fest, dass wir hier mit klassischen Rechnern nicht weit kommen. Vielmehr stand der Wunsch nach einfach handhabbaren Modellen, mit einer Touchoberfläche, an erster Stelle. So kam es, dass wir nach Kundenabsprache individuell geplante Panel-IPCs gefertigt haben.

M & T: Bitte beschreiben Sie uns kurz den Anwendungsbereich des Panel-IPCs

TZ: Gerne. Er dient vorwiegend als BDE-Terminal, also zur Betriebsdatenerfassung in der Dreherei, Schleiferei und Montage. Sprich, dort werden die Bearbeitungszeiten pro Arbeitsschritt und Mitarbeiter mittels Scanner online erfasst, um die Kapazitäten optimal zu planen und den Arbeitsfortschritt zu visualisieren. Darüber hinaus erfolgt eine genaue Dokumentation der Maschinendaten (MDE= Maschinendaten-erfassung), wie beispielsweise die generelle Betriebsdauer, evt. Störungszeiten, ablaufbedingte Unterbrechungen, anstehende Wartungen bzw. wann ein Werkzeug nachjustiert werden muss.

M & T: Auf welche Technik setzen Sie in diesem Panel-IPC?

TZ: Bei den eingesetzten Komponenten achten wir vorrangig auf eine hohe Langzeit-verfügbarkeit, damit unsere Kunden keinen Stress mit einer möglichen Abkündigung einzelner Elemente bekommen. Das flüsterleise Gerät funktioniert auf Basis eines lüfterlosen, passiven Kühlkonzepts und ist daher komplett wartungsfrei. Es fußt auf der Intel© Atom-Plattform und verfügt über einen Intel© Atom N2800 Prozessor (2 Kerne, 1 M Cache, 1,86 GHz, TDP 6,5 W) sowie die Intel©-mSATA SSD 530 MLC mit 80 GB. Neben 2 USB 2.0-Anschlüssen und WLAN über mPCIe-Modul Intel© N 7260, gibt es auch eine DVI-D-Schnittstelle (Digital Virual Interface) zum Anschluss eines TFT-Monitors, 2 GLAN-Anschlüsse und 1 x RS232. Das integrierte Betriebs-system Windows Standard 7 Entry können wir sogar nach speziellen Kunden-wünschen individuell anpassen.

M & T: Wie sieht es mit dem Display aus?

TZ: Wir arbeiten hier mit einem renommierten Hersteller aus Taiwan zusammen, der sich auf industrielle, langzeitverfügbare Displays, spezialisiert hat. In diesem Fall haben wir uns für ein 12“-Display mit einem Bildformat von 4:3, bei einer Auflösung XGA (1024 x 768) entschieden. Es wird via LED-Backlight bei einer Helligkeit von 400 cd pro m2 und einem Kontrast von 600:1 hinterleuchtet. Es hat eine berührungsempfind-liche Touchoberfläche, die auch mit Handschuhen bestens funktioniert.

M & T: Welche Qualitätsstandards setzen Sie in diesem Panel-IPC um?

TZ: Generell achten wir vor der Fertigung unserer Geräte auf eine hundertprozentige Kompatibilität aller Komponenten. Diese werden außerdem mehreren Qualitätstests und einem 24 h Burn-in-Test bei maximal zulässiger Systemtemperatur unterzogen. Feinmetall setzt den Panel-IPC in rauen Umgebungen, wie beispielsweise der eigenen Dreherei, Schleiferei und im Labor ein, weswegen hier sogar zwei IP-Schutzarten greifen. Im frontseitigen Bereich ist es IP 65, was gegen Berührungen durch Draht, Staub und Strahlwasser schützt. Auf der Rückseite greift IP 20, womit das Gerät gegen Staub und Sand abgesichert ist.

 

Über BEG Bürkle GmbH & Co. KG:

BEG Bürkle GmbH & Co. KG bietet als IPC-Spezialist kundenspezifische 19“-Rechner, Box-IPCs und Mini-IPCs in unterschiedlichsten Größen und Leistungsklassen an. Das Unternehmen wurde 1983 in Herrenberg gegründet und beschäftigt über 30 Mitarbeiter. Aktuell umfasst das Produktportfolio fünf unterschiedliche IPC-Linien, vom Standardrechner bis hin zur komplexen Sonderlösung im Highend-Segment.

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